„Kunstgasse“ in Wassenberg, ab Samstag, 5. September von 9:00 bis 22:00 Uhr erlebbar

Die Umbaumaßnahmen der Wassenberger Innenstadt nach der Verlegung der B221 führte zu Neustrukturierungen auf der Graf-Gerhard-Straße, bei denen auch einstädt. Grundstück zum Patersgraben betroffen war. Dieses Grundstück, auf dem sich angrenzend auch das älteste Haus Wassenbergs „Graf-Gerhard-Straße 12“ befindet, bot sich mit seinem Durchgangsgarten für eine künstlerische Nutzung im öffentlichen Raum an. Über die Gestaltung machte man sich bei der Stadt rechtzeitig Gedanken. Auch Treffen einesinformellen Initiativkreises zur Innenstadtbelebung, verbunden mit der Förderung von Kunst, lieferten zahlreiche Ideen hierzu.

Die Landschaftsarchitekten des Planungsbüros Scheller realisierten das Projekt „Kunstgasse“ mit der Schaffung eines kleinen Gartenparks, teilweise entlang der alten Wassenberger Stadtmauer. Es wurden Wege, Beete und Rasenflächen angelegt, auch einige Parkplätze sowie sieben gepflasterte Flächen zum Aufstellen von Skulpturen. Das Beleuchtungssystem mit Bodenstrahlern wurde so installiert, dass der kleine Park und insbesondere die Skulpturen gekonnt in Szene gesetzt werden und bei Dunkelheit eine besondere Atmosphäre entsteht.

Unterstützung bei der Auswahl der Skulpturen fand Bürgermeister Manfred Winkens bei dem Wassenberger Kunstfreund und -sammler Jürgen Neumann, der exzellente Kontakte in die überregionale Kunstszene pflegt.

So erwarb die Stadt Wassenberg die ersten beiden Skulpturen von Anatol Herzfeld. Der bekannte Neusser Bildhauer „Anatol“ verstarb im Jahr 2019 im Alter von 88 Jahren. Noch vor seiner schweren Erkrankung hatte Winkens ihn selbst in seinem Atelier in Hombroich besucht und ihn für den Verkauf zweier Skulpturen gewinnen können. Diese beiden Skulpturen, ein vier Meter hoher „Wächter“ und eine Frauenskulptur mit dem Namen „Heidi“, bilden das Herzstück der Kunstgasse. Sie wurden vor wenigen Tagen aus Hombroich abgeholt und vor Ort restauriert und sind von nun an dauerhaft in der Kunstgasse zu besichtigen.

Für die weiteren Standorte wurden der Stadt Wassenberg Skulpturen von Künstlern leihweise für verschiedene Zeiträume zur Verfügung gestellt, so dass es im Jahres- oder Halbjahreswechsel immer wieder neue Exponate zu sehen geben wird.

Den Beginn macht der Aachener Künstler Rolf Jägersberg, er zeigt uns bei der Eröffnung der Kunstgasse zwei seiner Werke. Bei der Säule „Tihange AUS“ handelt es sich um ein „Protestometer“, eine soziale Plastik. Josef Beuys prägte den Begriff „soziale Plastik“ mit dem Anspruch, durch Kunst gesellschaftliche Veränderung anzuregen, in diesem Fall die Abschaltung des Atomkraftwerks Tihange. Bei der Großplastik „primusinterpares“ (erster unter Gleichen) handelt es sich um große Ziegelsteine, wobei einer der Steine eine etwas exponierte Position einnimmt, da er auf den anderen ruht.

Darüber hinaus möchte die Stadt Wasenberg auch regionalen Künstlern eine Plattform und Ausstellungsmöglichkeit bieten. Und so gibt es gleich von drei Wassenbergern Skulpturen zu sehen:
Jo Neikes, bereits seit vielen Jahren als Autodidakt künstlerisch tätig, war viele Jahre unterstützend bei der städt. Veranstaltung Kunst- und Kulturtag tätig. Als Mitglied des Creativ-Kreis-International und im Künstlerstammtisch Wassenberg war Neikes bereits an zahlreichen Ausstellungen beteiligt. Nun zeigt uns der 80-Jährige sein Werk „Einblicke ins All“, eine großformatige Edelstahlarbeit.

Ebenfalls aus Stahl/Edelstahl gearbeitet ist das Objekt „wenn die Kugel ein Würfel ist (2012) aus der Reihe ‚wehrhaft‘“ von Peter Röttges, seit vielen Jahren beim Kunst- und Kulturtag live zu sehen bei seiner Arbeit mit der Kettensäge. Als Mitglied im CANTHE-Kunstverein und darüber hinaus hat Röttges bereits viele Ausstellungen mit seinen Werken aus Holz, Stahl, Beton und Bronze bereichert.

Der Konstrukteur Leo Jongen schließt den Kreis der fünf Bildhauer der Eröffnungsveranstaltung. Gleich mit zwei Skulpturen ist er vertreten, bei der „Gottesanbeterin“ handelt es sich um ein Edelstahlobjekt, bei der Skulptur „Tolo IV“ um eine Holzarbeit.

Die Skulpturen können ab Samstag, 5. September 2020,täglich in der Zeit von 9.00 bis 22.00 Uhr ohne vorherige Anmeldung besichtigt werden. Bitte beachten Sie auf dem gesamten Gelände die Besucherordnung und die Corona-Abstands- und Hygieneregeln.
Der Eintritt ist frei.

Mit freundlicher Unterstützung von:


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