Denn es ist Kunsttour und der besondere Reiz der Veranstaltung liegt sicherlich darin, quasi „"barrierefrei" durch die offenen Türen von Ateliers, Galerien, Kunstvereinen zu schlendern und sich in Ruhe umzuschauen. Es ergeben sich vielerlei Gespräche mit Besuchern ebenso wie mit den aktiven Künstlern. Und so ist die persönliche Kunsttour immer mindestens interessant wenn nicht sogar lehrreich. Denn die Künstler informieren in den eigenen Ateliers gern über die angewandten Techniken, die verwendeten Materialien, die verarbeiteten Einflüsse. Den Ausstellungen gehen zumeist offizielle Vernissagen voraus und sie bieten oft auch interessante Begleitprogramme.
Die Kunsttour ist also zum einem der Highlights im kulturellen Veranstaltungskalender in der Freizeit-Region Heinsberg und darüber hinaus geworden. Und dabei war der Erfolg längst nicht sicher, kann sich Patricia Mees, Geschäftsführerin des Heinsberger tourist-Service e. V. und Mitinitiatorin erinnern:
"Wie alles begann...
Kunst in der Provinz... gibt es die überhaupt?! Das war sicherlich eine provokative Frage, die noch in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts beflügelt durch etliche Vorurteile gerne mit ‚nein' beantwortet wurde. Und so wurde sicherlich auch der Freizeit-Region Heinsberg diesbezüglich wenig zugetraut.
Das änderte sich aber schlagartig als der Heinsberger Tourist-Service e. V. und die Kreismuseen Heinsberg 1999 das ‚Projekt zur touristischen Erschließung des Kreises Heinsberg' starteten. Wesentliche Unterstützung fanden wir in der Regionalen Kulturpolitik des Landes Nordrhein-Westfalen und im Geographischen Institut der RWTH Aachen. Zu den Bausteinen zählte eine umfassende Bestandserhebung (eben auch der Kunstszene), eine empirische Projektstudie inkl. Befragungen und im Ergebnis ein Katalog mit Handlungsempfehlungen, der 2001 in Angriff genommen wurde.
Die erste Kunsttour war 2002
In den Folgejahren wurde am Konzept gefeilt. Das Marketing wurde mit Entwicklung der Homepage www.kunsttour-hs.de professioneller. Es wurde zu Sicherung einer einheitlichen Qualität eine Jury bestellt, die alljährlich über die Bewerbungen befindet. Auch das Corporate Design erfuhr eine Modernisierung. Sodass die Kunsttour hoffentlich auch in Zukunft ihre Attraktivität behält.
Von der Kunsttour zum Netzwerk
Was als einzelne Veranstaltung begann, ist heute weit darüber hinaus gewachsen. Die Kunsttour gab einen starken Impuls für weitere Veranstaltungen, Stammtische und Künstlerkooperationen. Die ‚Branche' hat sich selbst ‚kennen gelernt'. Die Aufmerksamkeit hat Bekanntheit geschaffen und umgekehrt.
Und wir hatten starke Helfer zur Seite! Die Arbeit machen, ist das Eine - aber die Arbeit bezahlen, das Andere! Als die Mittel des Landes nach der Förderphase ausfielen, musste Geld her. Also haben wir Klinken geputzt und sind zunächst bei der Kreissparkasse (heute Kreissparkassen-Kunststiftung) und später bei der westEnergie und Verkehr (heute NEW Energie/west Energie und Verkehr) auf offene Ohren gestoßen. Zu diesem Sockel kamen dann noch die wertvolle Unterstützung der Heinsberger Zeitung/Heinsberger Nachrichten in Form einer Medienkooperation und der technische Support vom Minkenberg Medien hinzu.
Insgesamt hatte die Kunsttour einen Erfolg, den wir weder erahnen noch erhoffen konnten," freut sich Patricia Mees.
Infos: Heinsberger Tourist-Service e. V., Valkenburger Str. 45, 52525 Heinsberg, Tel.: 02452 - 13 14 15, Fax: 02452 - 13 14 19, www.kunsttour-hs.de.
Zeichen: 3.697
Datum: 28.03.2011/pm




